19.09.2026 - 00:13

Andersson erhält Auftrag zur Regierungsbildung in Schweden

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Stockholm/ID. Nach dem knappen Wahlsieg des Mitte-links-Lagers bei der schwedischen Parlamentswahl hat Sozialdemokraten-Chefin Magdalena Andersson den Auftrag erhalten, die Möglichkeiten für die Bildung einer neuen Regierung auszuloten. Parlamentspräsident Andreas Norlén erteilte ihr am Freitag den entsprechenden Auftrag.  

Mitte-links-Lager erringt knappe Mehrheit

Bei der Wahl am vergangenen Sonntag kam das Mitte-links-Lager auf 176 Sitze im schwedischen Reichstag. Das bisher regierende konservative Lager erreichte 173 Mandate. Der amtierende Ministerpräsident Ulf Kristersson von den Moderaten kündigte daraufhin seinen Rücktritt an.  

Andersson erklärte sich bereit, Gespräche über eine Regierungsbildung zu führen. Sie strebt nach eigenen Angaben eine möglichst breite Zusammenarbeit an. Zu den Parteien, mit denen Gespräche über eine Unterstützung oder Beteiligung an einer Regierung infrage kommen, zählen Grüne, Linkspartei und Zentrum.  

Schwierige Gespräche erwartet

Der Auftrag des Parlamentspräsidenten bedeutet noch nicht, dass Andersson zur Ministerpräsidentin gewählt ist. Sie muss zunächst ausloten, welche Parteien eine Regierung unterstützen oder zumindest im Parlament tolerieren würden.

Andersson schließt eine Zusammenarbeit mit den rechtspopulistischen Schwedendemokraten aus. Gleichzeitig gibt es zwischen den möglichen Partnern des Mitte-links-Lagers politische Unterschiede, die in den anstehenden Gesprächen überwunden werden müssten.  

Der schwedische Prozess der Regierungsbildung kann mehrere Wochen dauern. Nach der Wahl 2018 waren dafür 134 Tage erforderlich. Sollte es keinem Kandidaten gelingen, eine vom Parlament tolerierte Regierung zu bilden, sieht das schwedische Verfahren weitere Versuche und gegebenenfalls Neuwahlen vor.