Gedenktafel für getöteten Zugbegleiter in Mannheim enthüllt
Mannheim/ID. Sieben Monate nach dem gewaltsamen Tod des Zugbegleiters Serkan Calar ist am Mannheimer Hauptbahnhof eine Gedenktafel zu seinem Andenken enthüllt worden. Familie, Freunde und frühere Kolleginnen und Kollegen kamen am Freitag zu einer Gedenkveranstaltung auf Gleis 1 zusammen.
Angriff während einer Ticketkontrolle
Calar war Anfang Februar in einem Regionalexpress in der Pfalz während einer Fahrscheinkontrolle angegriffen worden. Wenige Tage später starb der 36-Jährige aus Ludwigshafen an einer Hirnblutung. Der heute 26-jährige Täter wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Haft verurteilt.
Der getötete Zugbegleiter hinterließ zwei minderjährige Söhne. Mannheim war sein Dienstort. Die Deutsche Bahn will den Gedenkort dauerhaft erhalten.
Erinnerung an einen Mitarbeiter
Bei der Enthüllung wurde eine Schweigeminute abgehalten. Anschließend legten Angehörige und Vertreter der Deutschen Bahn Blumen nieder. Auf der Gedenktafel wird an Calars Engagement für Reisende und Kollegen erinnert.
Auch Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und Bahnchefin Evelyn Palla nahmen an der Gedenkveranstaltung teil.
Bahn verstärkt Sicherheitsmaßnahmen
Der Fall hat auch die Diskussion über die Sicherheit von Beschäftigten im öffentlichen Verkehr verstärkt. Nach dem Angriff wurden unter anderem Sicherheitskonzepte ausgeweitet. Dazu gehören Bodycams für Beschäftigte mit Kundenkontakt sowie Pilotprojekte, bei denen Kundenbetreuer gemeinsam mit Sicherheitskräften oder in größeren Gruppen unterwegs sind.
Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden 2025 konzernweit 3.264 körperliche Übergriffe auf Beschäftigte registriert. Rund 70 Prozent davon betrafen Zugbegleitpersonal. Bei DB Regio wurden im ersten Halbjahr 2026 bereits 989 körperliche Übergriffe gezählt, darunter 22 schwere Körperverletzungen.