22. September 2026 · 16:27 Uhr
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New York/ID. Der deutsche Unternehmer und frühere CEO des Wellness-Start-ups The Healing Company, Wanja Oberhof, ist in New York festgenommen worden. Die US-Bundesstaatsanwaltschaft im Southern District of New York wirft ihm vor, einen Investor um 2,5 Millionen US-Dollar betrogen und einen Großteil des Geldes für persönliche Zwecke verwendet zu haben. Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich bewiesen; es gilt die Unschuldsvermutung.  

Millionenbetrag für andere Zwecke verwendet

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft erhielt Oberhof die 2,5 Millionen Dollar von einem Investor unter der Zusage, das Geld werde im Wesentlichen zur Tilgung von Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit einem Vermögenswert des Unternehmens eingesetzt.

Stattdessen soll Oberhof den Ermittlern zufolge den überwiegenden Teil der Summe anderweitig verwendet haben. Unter anderem sollen rund 25.000 Dollar zur Begleichung seiner Miete für eine Penthouse-Wohnung in Manhattan und mehr als 57.000 Dollar zur Rückzahlung eines persönlichen Darlehens verwendet worden sein. Weitere rund 1,8 Millionen Dollar sollen auf ein von Oberhof kontrolliertes ausländisches Bankkonto überwiesen worden sein.  

Ermittler werfen ihm manipulierte Unterlagen vor

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Oberhof anschließend Unterlagen über die Verwendung des Geldes verändert beziehungsweise manipuliert haben, um die tatsächlichen Zahlungsflüsse gegenüber dem Investor zu verschleiern. Die Ermittlungen werden von der auf komplexe Betrugs- und Cybercrime-Verfahren spezialisierten Einheit der Staatsanwaltschaft geführt.  

Oberhof wird Wire Fraud, also elektronischer Betrug, vorgeworfen. Darauf steht nach US-Recht eine Höchststrafe von bis zu 20 Jahren Haft. Die gesetzliche Höchststrafe stellt jedoch keine Aussage über ein tatsächlich zu erwartendes Strafmaß dar.  

Gericht setzt Kaution fest

Oberhof wurde nach Angaben des Handelsblatts einem Bundesgericht in New York vorgeführt. Für eine mögliche Freilassung wurde demnach eine Kaution von zwei Millionen Dollar festgesetzt. Zudem wurden Auflagen für seinen Aufenthaltsort verhängt und die Herausgabe seines Reisepasses angeordnet.  

Die US-Staatsanwaltschaft betont ausdrücklich, dass es sich bei den Vorwürfen um Anschuldigungen handelt. Oberhof gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.  

Unternehmer mit zahlreichen Beteiligungen

Oberhof wurde bereits als Jugendlicher unternehmerisch tätig und gründete beziehungsweise beteiligte sich später an verschiedenen Unternehmen. Bekannt wurde er unter anderem durch den Zeitungsdienst Niiu sowie als Mitgründer und ehemaliger Vorstandschef der The Social Chain AG. Die aktuellen US-Ermittlungen beziehen sich auf seine Tätigkeit bei der Healing Company.