Schwesig weist Kritik an ihrem Wahlkampf zurück
Schwerin/ID. Kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat SPD-Spitzenkandidatin und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig Kritik an ihrer Wahlkampfführung zurückgewiesen. Vor allem aus CDU und Grünen war ihr vorgeworfen worden, mit einem stark auf die Auseinandersetzung mit der AfD ausgerichteten und auf ihre Person zugeschnittenen Wahlkampf andere Parteien in den Hintergrund zu drängen.
Schwesig sieht Verantwortung bei der CDU
Schwesig wies den Vorwurf zurück, die schwierige Ausgangslage der CDU sei auf ihren Wahlkampf zurückzuführen. Die CDU müsse ihr Wahlergebnis selbst verantworten und sich fragen, warum sie in den Umfragen so schwach abschneide, sagte sie dem Nachrichtensender Welt TV.
Die CDU liegt in aktuellen Umfragen bei etwa sechs bis sieben Prozent. Ein solches Ergebnis wäre für die Partei das schwächste bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern seit Bestehen der Bundesrepublik. Als Gründe für die schwachen Werte werden neben dem Landeswahlkampf auch die geringe Zustimmung zur Bundespolitik der CDU genannt.
Kritik von CDU und Grünen
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hatte Schwesig zuvor vorgeworfen, mit ihrem stark personalisierten Wahlkampf die politische Mitte zu schwächen. Auch die Grünen kritisierten die Strategie der SPD-Spitzenkandidatin. Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern wies die Vorwürfe zurück.
Der Wahlkampf im Land ist insbesondere durch die Auseinandersetzung zwischen SPD und AfD geprägt. Schwesig tritt dabei gegen AfD-Spitzenkandidat Enrico Schult an; AfD-Landeschef Leif-Erik Holm fordert Schwesig zudem in ihrem Wahlkreis in Schwerin heraus.
SPD und AfD in aktueller Umfrage eng beieinander
Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer Extra“ kommt die SPD auf 37 Prozent, die AfD auf 36 Prozent. Die CDU erreicht sechs Prozent, die Linke neun und die Grünen fünf Prozent. Die Erhebung basiert auf Befragungen vom 14. bis 17. September und bildet eine Momentaufnahme vor der Wahl am 20. September ab.
Neben dem Ausgang der Wahl steht damit auch die künftige Zusammensetzung des Landtags im Mittelpunkt. Welche Parteien letztlich in das Parlament einziehen und welche Mehrheiten möglich sind, entscheidet sich mit dem Wahlergebnis am Sonntag.