19.09.2026 - 00:16

Eltern sollen jahrelang mit Babyleiche umgezogen sein

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Athen/Hamburg/ID. Der Fund eines toten Säuglings in einer Wohnung in Athen beschäftigt inzwischen auch deutsche Behörden. Nach bisherigen Ermittlungen soll das Kind bereits seit 2022 tot gewesen sein. Die Eltern stehen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts in Untersuchungshaft.  

Leichnam über Jahre aufbewahrt

Der Körper des etwa acht Monate alten Kindes war Ende August in einem Behältnis in einem Koffer in einer Wohnung im Athener Stadtteil Kypseli entdeckt worden. Eine rechtsmedizinische Untersuchung ergab mehr als zehn Stichverletzungen. Als Todesursache wurden demnach mehrere Stichverletzungen festgestellt.  

Bei dem Paar handelt es sich um einen 43-jährigen Griechen und eine 38-jährige Deutsche. Nach Angaben des Anwalts soll die Familie nach dem Tod des Kindes mehrfach die Wohnung gewechselt haben. Dabei sei der Leichnam jeweils mitgenommen und erneut gekühlt worden.  

Widersprüchliche Angaben zum Tod

Die Angaben der Eltern zum Tod des Kindes sind nach Medienberichten widersprüchlich. Zunächst sollen sie von einem natürlichen Tod infolge gesundheitlicher Probleme gesprochen haben. Später soll der Anwalt erklärt haben, die Eltern gingen davon aus, dass das Kind durch Messerstiche getötet worden sei und eine weitere Person dafür verantwortlich sein könnte.

Die Ermittler prüfen diese Angaben ebenso wie die rechtsmedizinischen Befunde. Eine abschließende Klärung der Todesumstände steht noch aus.  

Ermittlungen reichen bis nach Hamburg

Der Fall hat inzwischen auch einen Bezug zu Deutschland. Die Hamburger Strafverfolgungsbehörden wurden im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens der griechischen Behörden informiert. Nach Angaben der Hamburger Polizei wird derzeit geprüft, ob und in welchem Umfang deutsche Behörden zuständig sind. Beide Erwachsenen sollen in der Vergangenheit in Hamburg gelebt haben.  

Die Ermittlungen in Griechenland dauern an. Neben den Eltern wurde auch ein 26-jähriger Mann festgenommen – gegen ihn geht es nach bisherigen Angaben um einen separaten Tatvorwurf im Zusammenhang mit der 15-jährigen Tochter des Paares.