17.09.2026 - 17:44

TV-Duell vor Landtagswahl: Schwesig verteidigt Kurs und greift AfD an

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Schwerin/ID. Vier Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sind Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und der AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm in einem Fernsehduell des Norddeutschen Rundfunks aufeinandergetroffen. Im Mittelpunkt standen unter anderem Wirtschaft, Bildung, Energie und Migration. Schwesig verteidigte dabei ihren auf eine direkte Auseinandersetzung mit der AfD ausgerichteten Wahlkampf.Schwesig warf der AfD vor, wirtschaftsfeindlich zu sein und Arbeitsplätze zu gefährden. Ihre eigene Politik sei dagegen auf die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Mecklenburg-Vorpommern ausgerichtet. Dabei verwies die Ministerpräsidentin auf geplante Milliardenprojekte und die damit verbundenen möglichen Arbeitsplätze. Holm wies die Vorwürfe zurück und warf Schwesig seinerseits vor, mit Ängsten Wahlkampf zu machen.

Auch die Kritik anderer Parteien an Schwesigs Wahlkampfstrategie war Thema. Die Ministerpräsidentin verteidigte ihren Kurs und betonte, wer eine weitere Regierungsführung durch sie wolle, müsse die SPD unterstützen. Sie bezeichnete SPD-Stimmen zugleich als sichere Stimmen gegen eine Regierungsbeteiligung der AfD.

Streit über Bildung und Wirtschaft

Beim Thema Bildung verwies Schwesig auf nach ihren Angaben rund 4.300 neu eingestellte Lehrerinnen und Lehrer in den vergangenen Jahren. Gleichzeitig werde Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden Jahren voraussichtlich weitere 3.500 Lehrkräfte benötigen. Holm sprach sich unter anderem für eine pädagogische Hochschule und Veränderungen beim Quereinstieg in den Schuldienst aus.

Auch die Energiepolitik sorgte für einen Schlagabtausch. Schwesig verwies auf das Eintreten der AfD für den Bau neuer Kernkraftwerke. Holm plädierte dagegen für einen breiteren Energiemix und sprach sich unter anderem für eine Wiederaufnahme von Gaslieferungen über Nord Stream 2 aus.

Beim Thema Migration vertrat Schwesig eine Position, die sie als gesteuerte und geordnete Migration beschrieb. Menschen mit Schutzbedarf müssten Schutz erhalten, Personen ohne Bleiberecht müssten Deutschland verlassen. Holm forderte ebenfalls eine konsequente Abschiebung von Menschen ohne Aufenthaltsrecht und betonte zugleich die Bedeutung qualifizierter Zuwanderung.

Wahl am Sonntag

In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September 2026 ein neuer Landtag gewählt. Die aktuelle politische Lage ist von einem engen Rennen zwischen SPD und AfD geprägt. Eine am Mittwoch veröffentlichte Insa-Umfrage sah die AfD bei 37 Prozent und die SPD bei 35 Prozent. Die Linke kam auf zehn, die CDU auf sieben Prozent. Umfragen sind Momentaufnahmen und lassen keinen sicheren Schluss auf den Wahlausgang zu.

Die SPD regiert Mecklenburg-Vorpommern derzeit gemeinsam mit der Linken. Mehrere Parteien haben eine Zusammenarbeit mit der AfD nach der Wahl ausgeschlossen.