Bundeswehr plant weiteren Ausbau von Personal und Ausrüstung
Berlin/ID. Die Bundeswehr steht vor einem weiteren umfangreichen Ausbau. Bis 2029 sollen neue Waffensysteme, zusätzliches Personal und verbesserte militärische Fähigkeiten zur Verfügung stehen. Sicherheitsexperte Christian Mölling sieht dabei vor allem die Frage im Mittelpunkt, welche Fähigkeiten tatsächlich rechtzeitig verfügbar sein werden.
Deutschland hat sich vorgenommen, seine Streitkräfte in den kommenden Jahren erheblich zu verstärken. Nach den bisherigen Planungen soll die Bundeswehr sowohl personell als auch bei Ausrüstung und Infrastruktur wachsen. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte zudem betont, dass bis 2029 ein deutlicher Aufwuchs der Streitkräfte und Reserven erreicht werden soll.
Zeitdruck bei der Beschaffung
Nach Einschätzung Möllings kommt es dabei weniger auf langfristige Entwicklungsprojekte als auf Systeme an, die innerhalb der kommenden Jahre tatsächlich verfügbar sind. Moderne Waffensysteme müssten rechtzeitig beschafft, produziert und in die Truppe integriert werden.
Als Beispiele für bereits laufende beziehungsweise geplante Beschaffungen werden unter anderem der Kampfpanzer Leopard 2 A8 und das Kampfflugzeug F-35 genannt. Auch bei Drohnen, Aufklärung, Kommunikation und weiteren unbemannten Systemen besteht erheblicher Entwicklungs- und Beschaffungsbedarf.
Mölling argumentiert, dass Deutschland für das Jahr 2029 nicht ausschließlich auf Technologien setzen könne, die erst deutlich später einsatzbereit sein werden. Entscheidend sei vielmehr, welche militärischen Fähigkeiten bis dahin tatsächlich bei der Bundeswehr vorhanden sind.
Mehr Soldaten und Reservisten
Parallel zur materiellen Ausstattung soll die Bundeswehr personell wachsen. Die Bundesregierung plant nach eigenen Angaben langfristig rund 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten sowie etwa 200.000 Reservistinnen und Reservisten. Dafür sollen auch die Ausbildungskapazitäten ausgebaut werden.
Bis 2029 sollen nach den Planungen jährlich zwischen 25.000 und 30.000 Wehrdienstleistende ausgebildet werden können. Gleichzeitig müssen zusätzliche Unterkünfte und weitere Infrastruktur geschaffen beziehungsweise bestehende Standorte ausgebaut werden.
Milliarden für Verteidigung
Auch finanziell ist ein deutlicher Aufwuchs vorgesehen. Im Bundeshaushalt 2026 sind für Verteidigung rund 82,7 Milliarden Euro eingeplant. Der Finanzplan sieht zudem einen weiteren Anstieg vor; für 2029 ist eine NATO-Quote von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vorgesehen.
Damit steht die Bundeswehr vor einem langfristigen Modernisierungsprozess. Ob die vorgesehenen Mittel, Produktionskapazitäten und personellen Maßnahmen ausreichen, um die angestrebten Fähigkeiten bis 2029 tatsächlich bereitzustellen, bleibt Gegenstand der sicherheitspolitischen Debatte.