Clan-Mitglied besucht Wahlparty der Linken – Partei distanziert sich
Berlin (ID) – Der als führendes Mitglied der Berliner Remmo-Familie bekannte Issa Remmo hat am Sonntagabend eine Wahlparty der Linken im Berliner Bezirk Neukölln besucht. Nach Angaben des Bezirksverbands war Remmo nicht eingeladen und stand nicht auf der Anmeldeliste. Die Veranstaltung war öffentlich zugänglich.
Eine Sprecherin des Neuköllner Bezirksverbands erklärte, die Anwesenheit Remmos sei der Partei zunächst nicht bekannt gewesen. Zwischen ihm und dem Bezirksverband bestünden weder politische noch persönliche Beziehungen. Der Besuch ändere daran nichts, hieß es.
Remmo äußerte sich während seines Besuchs unter anderem positiv über die Berliner Linke. Gegenüber der Berliner Morgenpost sagte er nach Medienberichten, er fühle sich erstmals von einer Partei in Deutschland unterstützt. Zugleich wies er Vorwürfe zurück, die Berliner Linke sei Juden gegenüber feindlich eingestellt.
Der Auftritt löste politische Reaktionen aus. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner bezeichnete das Erscheinen Remmos auf der Wahlparty als „verstörendes Signal“ und forderte eine klare Abgrenzung von Strukturen der organisierten Kriminalität. Die Grünen-Landesvorsitzende Nina Stahr erklärte, vor einer möglichen Regierungsbildung müsse der Vorgang aufgeklärt werden.
Die Remmo-Familie ist seit Jahren Gegenstand von Berichten über Ermittlungen und Strafverfahren im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität. Aussagen oder Vorwürfe gegen einzelne Familienmitglieder sind dabei jeweils von der Person und dem konkreten Verfahren zu unterscheiden.