Norwegen beendet Walfangsaison mit 418 getöteten Zwergwalen
Oslo/ID. In Norwegen sind in der diesjährigen Walfangsaison 418 Zwergwale getötet worden. Das bestätigte das norwegische Fischereidirektorat. Die Jagdsaison wurde nach Angaben der Behörde bereits in der vergangenen Woche beendet.
Damit blieb der tatsächliche Fang deutlich unter der für 2026 festgelegten Quote von 1.641 Zwergwalen. Die Quote wurde damit nur zu rund einem Viertel ausgeschöpft. Auch in den vergangenen Jahren blieb der Walfang deutlich hinter den jeweils erlaubten Höchstzahlen zurück.
Walfang seit Jahrzehnten umstritten
Norwegen hält trotz des seit 1986 geltenden internationalen Moratoriums auf kommerziellen Walfang an der Jagd auf Zwergwale fest. Das Land hatte gegen das Moratorium Einspruch eingelegt und ist deshalb nicht an dessen Vorgaben gebunden. Nach Angaben der norwegischen Regierung gehört der Walfang weiterhin zu den traditionellen Fischereipraktiken des Landes.
Der Walfang wird inzwischen nur noch von vergleichsweise wenigen Fischern betrieben. Die Zahl der tatsächlich getöteten Tiere liegt regelmäßig deutlich unter den festgelegten Quoten. 2025 wurden beispielsweise 429 Zwergwale bei einer Quote von 1.406 Tieren gefangen.
Kritik von Tierschutzorganisationen
Die Organisation „Pro Wildlife“ fordert angesichts der aktuellen Bilanz ein Ende des norwegischen Walfangs. Die Kritik fällt zeitlich mit der bevorstehenden Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) zusammen, die vom 27. September bis 2. Oktober im australischen Hobart stattfindet.
Auch die Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) kritisiert die Jagd und verweist unter anderem auf den Anteil weiblicher und trächtiger Tiere unter den getöteten Walen. Diese Angaben stammen aus Analysen der Organisation und sind entsprechend als deren Bewertung einzuordnen.
Die norwegische Regierung begründet den Fortbestand des Walfangs unter anderem mit der langen Tradition der Jagd. Die aktuelle Saison ist inzwischen beendet.